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Der Standard des Australian Shepherds

Für den Australian Shepherd gibt es zwei Standardversionen, die sich geringfügig voneinander unterscheiden, den ASCA-Standard und den AKC-Standard. Den ASCA-Standard in englisch könnt ihr nachlesen beim Australian Shepherd Club of America.

Nachstehend findet ihr eine Übersetzung des AKC-Standards für den Australian Shepherd, da uns derzeit keine FCI-gültige deutsche Fassung des Standards zur Verfügung steht.

Das Original in englisch findet ihr beim American Kennel Club. Dieser Standard ist seit Juni 1996 von der FCI (Fédération Cynologique Internationale) anerkannt: 

                  

Der Australian Shepherd:  

Allgemeines Erscheinungsbild:
Der Australian Shepherd ist ein intelligenter Arbeitshund mit starken Hüte- und Schutzinstinkten. Er ist ein loyaler Gefährte und hat die Ausdauer, den ganzen Tag zu arbeiten. Er ist ein ausgewogener Hund von mittlerer Größe und Knochenbau, im Körperbau etwas länger als hoch. Die Farben des Aussies sind vielfältig und erlauben jedem Hund sein ganz individuelles Aussehen. Er ist aufmerksam, lebhaft, wendig und agil, seine Bewegungen sind geschmeidig. Sein Körperbau ist kräftig und muskulös, ohne jedoch plump zu wirken. Sein Fell ist von moderater Länge und Beschaffenheit. Er hat einen kupierten oder natürlichen Stummelschwanz.

Größe, Proportionen und Körperbau:
Die bevorzugte Höhe für Rüden beträgt 50,8 bis 58,5 cm, für Hündinnen 45,7 bis 53,4 cm. Die Größe des Hundes ist allerdings nicht über die Qualität des Hundes zu stellen.
Der Australian Shepherd ist etwas länger als hoch, gemessen vom Brustbein bis zur Rückseite des Oberschenkels und vom Boden bis zum Widerrist.
Er hat einen kräftigen Körperbau und mittlere Knochenstärke. Rüden haben maskuline Züge ohne Grobheit, Hündinnen wirken feminin, ohne zu leicht im Körperbau zu sein.

Kopf:
Der Kopf ist wohlgeformt, kräftig und trocken. Die Größe des Kopfes muss proportional zum Körper passen. Die Schnauze ist gleich lang oder etwas kürzer als der Oberkopf. Von der Seite gesehen verlaufen die Oberkopflinie und die Schnauze parallel, unterbrochen durch einen mittelstarken, gut ausgeprägten Stop. Die Schnauze verjüngt sich etwas zur Nase hin und ist an der Spitze gerundet.

Ausdruck:
Zeigt sich aufmerksam und intelligent, ist aufgeweckt und arbeitsfreudig. Der Blick ist eifrig und freundlich.

Augen:
Die Augen sind braun, blau, bernsteinfarbig oder eine Variation oder Kombination dieser Farben einschließlich Sprenkelungen und Marmorierungen. Die Augen sind mandelförmig, nicht hervorstehend oder eingesunken. Blue merles und schwarze Hunde haben an den Lidrändern schwarze Pigmentierung, red merles und rote Hunde haben leberfarbene (braune) Pigmentierung.

                               

Ohren:
Die Ohren sind dreieckig und von mittlerer Größe, hoch am Kopf angesetzt. Bei voller Aufmerksamkeit richten sie sich nach vorne oder kippen nach vorne oder auf die Seite. Stehohren oder Hängeohren sind schwerwiegende Fehler.

Schädel:
Der Oberkopf ist flach bis leicht gerundet, das Hinterhauptbein kann leicht hervortreten. Länge und Breite des Schädels sind gleich groß. Der Stop ist mittelstark und gut ausgeprägt.

Nasen:
Blue merles und schwarze Hunde haben schwarze Pigmentierung an der Nase (und den Lefzen), red merles und rote Hunde haben leberfarbene (braune) Pigmentierung.
Merles dürfen kleine rosa Flecken auf der Nase haben, allerdings dürfen diese Flecken nicht mehr als 25 % der Nasenoberfläche ausmachen. Dies wird bei Hunden, die älter als ein Jahr alt sind, als schwerer Fehler gewertet.

Gebiß:
Komplettes Scherengebiß oder auch Zangengebiß.
Disqualifizierend sind Unterbiss und Überbiss von mehr als 3 mm. Mittlere Schneidezähne, die etwas kürzer sind und sich daher nicht berühren, werden in einem sonst korrektem Gebiß nicht als Fehler gewertet. Fehlende oder abgebrochene Zähne aufgrund eines Unfalls dürfen nicht negativ gewertet werden.

Hals, Oberlinie, Körper:
Der Hals ist kräftig, mittellang und oben leicht gebogen, gut zu den Schultern passend. Der Rücken ist gerade und kräftig, waagrecht und fest, vom Widerrist bis zum Hüftgelenk.
Die Kruppe ist leicht abfallend. Der Brustkorb ist nicht breit, aber tief. Die tiefste Stelle liegt auf Höhe des Ellbogens. Die Rippen sind gut gewölbt und lang, weder tonnenförmig noch flach ausbildet. Die Unterlinie zeigt einen leicht nach oben aufgezogenen Bauch.

Schwanz:
Der Schwanz ist gerade, kupiert oder ein natürlicher Stummelschwanz (nicht länger als 10 cm)

Vorhand:
Die Schulterblätter sind lang, flach, ziemlich eng zusammen im Bereich des Widerrists und gut abgeschrägt. Der Oberarm, der genauso lang sein sollte wie das Schulterblatt, steht in einem ca. 90-Grad-Winkel zur Schulterlinie. Die Vorderläufe sind gerade und kräftig, die Knochen eher oval als rund. Die Fesseln sind mittellang und nur wenig gewinkelt. Die Daumenkrallen können entfernt werden. Die Füße sind oval und kompakt. Die Zehen sind gut gebogen, die Fußballen sind dick und elastisch.

Hinterhand:
Die Hinterhand ist gleich breit wie die Vorderhand auf der Höhe der Schulter. Die Winkelung des Beckens und des Oberschenkelknochens entspricht der Winkelung der Schulterblattes und des Oberarmes, und bildet ungefähr einen rechten Winkel. Die Kniegelenke sind gut ausgeprägt, das Sprunggelenk ist mäßig gewinkelt. Die Hintermittelfüsse sind kurz und stehen senkrecht parallel zu einander, wenn man den Hund von hinten betrachtet. Wolfskrallen müssen entfernt werden. Die Füße sind oval und kompakt. Die Zehen sind gut gebogen, die Fußballen sind dick und elastisch.

Haarkleid:
Das Haarkleid ist von mittlerer Textur, glatt bis gewellt, wetterfest und mittellang. Die Unterwolle ist je nach Klima verschieden stark ausgebildet. Am Kopf, an den Ohren, an der Vorderseite der Vorderläufe und unterhalb der Sprunggelenke ist das Fell kurz und glatt. Die Rückseite der Vorderläufe und die Hosen sind mäßig befedert. Die Mähne und Halskrause ist mittelstark ausgeprägt, bei Rüden ist sie imposanter als bei Hündinnen. Untypische Fellbeschaffenheit gilt als schwerwiegender Fehler.

Farben:
Blue-merle, schwarz, red-merle oder rot, alle Farben mit oder ohne weiße Abzeichen und/oder kupferfarbene Zeichnung, wobei keiner der angeführten Farbschläge bevorzugt wird. Eine weiße Halskrause darf am Haaransatz besehen nicht über den Widerrist hinausreichen. Weißzeichnung ist erlaubt am Hals (als ganzer oder teilweiser Halsring), an Brust, Läufen, Schnauze und in Form einer Blesse am Kopf.
Die erlaubte Weißzeichnung am Körper darf sich nur unterhalb einer gedachten Linie befinden, die 10 cm oberhalb des Ellbogens verläuft. Die Weißzeichnung am Kopf sollte nicht vorherrschen, die Augen müssen von farbigen Fell und Pigmentierung umgeben sein. Merles bekommen mit zunehmendem Alter eine dunklere Fellfärbung. Disqualifizierend bei allen Farben sind weiße Flecken am Körper, d. h. Weißzeichnung am Körper zwischen Widerrist und Schwanz, an den Seiten zwischen Ellbogen und der Rückseite der Hinterläufe.

Gang:
Der Australian Shepherd hat einen geschmeidigen, freien und leichten Gang. Er zeigt große Behendigkeit in der Bewegung und einen gutausgewogenen, raumgreifenden Gang. Vorder- und Hinterläufe bewegen sich gerade und parallel zur Mittellinie des Körpers. Mit zunehmender Geschwindigkeit nähern sich die Vorder- und Hinterläufe der Mittellinie des Schwerpunkts des Hundes, der Rücken bleibt fest und gerade. Der Australian Shepherd zeigt große Behendigkeit und muß fähig sein, Richtung und Gangart augenblicklich zu ändern.

Temperament:
Der Australian Shepherd ist ein intelligenter, aktiver Hund mit ausgeglichenem Wesen. Er ist gutmütig, selten streitsüchtig. Gegenüber Fremden kann er am Anfang reserviert erscheinen. Jegliche Zeichen von Scheuheit, Furcht oder Agressivität sind als gravierende Fehler zu werten.

Disqualifizierungsgründe:
Unterbiss, Überbiss von mehr als 3 mm
Weiße Flecken am Körper, d.h. Weißzeichnung am Körper zwischen Widerrist und Schwanz, an den Seiten zwischen Ellbogen und Rückseite der Hinterläufe.

 

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